DSGVO im Jahr 2026: Digitale Rechte der Deutschen und wie man sie ausübt

    Die DSGVO gibt Ihnen starke Rechte über Ihre Daten. Erfahren Sie, wie Sie in Deutschland Auskunft, Löschung und Übertragbarkeit Ihrer persönlichen Daten beantragen können.

    LS
    Lukas Schmidt

    Redakteur Technologie und Cybersicherheit

    4 min Lesezeit
    Aktualisiert: 6.3.2026

    Ihre digitalen Rechte unter der DSGVO in Deutschland

    Die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung), in Deutschland durch das BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) umgesetzt, gewährt allen EU-Bürgern, einschließlich der Deutschen, weitreichende Rechte. Die wichtigsten sind: das Auskunftsrecht (zu wissen, welche Daten über Sie gespeichert sind), das Recht auf Berichtigung, das Recht auf Löschung ("Recht auf Vergessenwerden"), das Recht auf Datenübertragbarkeit und das Widerspruchsrecht gegen die Verarbeitung.

    In Deutschland ist der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) die Behörde, die die Einhaltung der DSGVO überwacht. Sie können Beschwerden direkt beim BfDI einreichen, wenn ein Unternehmen Ihre Rechte nicht respektiert — das Verfahren ist kostenlos und kann online durchgeführt werden.

    So machen Sie Ihre DSGVO-Rechte geltend: eine praktische Anleitung

    Schritt 1: Identifizieren Sie den für die Verarbeitung Verantwortlichen (in der Regel das Unternehmen, das Ihre Daten besitzt). Schritt 2: Senden Sie eine formelle Anfrage per E-Mail oder über deren Datenschutzformular. Schritt 3: Das Unternehmen hat 30 Tage Zeit, um zu antworten. Schritt 4: Wenn keine oder nur eine unzureichende Antwort erfolgt, reichen Sie eine Beschwerde beim BfDI ein.

    Nützliche Werkzeuge: das Portal des BfDI mit Anfragevorlagen, Dienste wie JustDelete.me, die die Löschprozesse für Konten nach Diensten auflisten, und Passwort-Manager wie NordPass, die Ihnen helfen, Dienste zu identifizieren, bei denen Sie aktive Konten haben.

    Datenschutz und persönliche Cybersicherheit

    Die Ausübung Ihrer DSGVO-Rechte ist nur ein Teil des Schutzes Ihrer persönlichen Daten. Ergänzen Sie Ihre gesetzlichen Rechte durch technische Maßnahmen: einen Passwort-Manager für einzigartige Passwörter, 2FA für alle Konten, ein Premium-Antivirenprogramm mit Überwachung von Datenlecks und ein VPN zum Schutz beim Surfen.

    Das Recht auf Vergessenwerden ist besonders wichtig für Nutzer, die ihren digitalen Fußabdruck minimieren möchten. Beantragen Sie die Löschung inaktiver Konten, widerrufen Sie Marketing-Einwilligungen und konfigurieren Sie maximale Privatsphäre in den sozialen Medien. Je weniger Daten über Sie vorhanden sind, desto geringer ist das Risiko eines Identitätsdiebstahls.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Kann ich ein Unternehmen bitten, alle meine Daten zu löschen?

    Ja, das Recht auf Vergessenwerden (Art. 17 DSGVO) erlaubt Ihnen, die Löschung Ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen. Der BfDI kann eingreifen, wenn das Unternehmen dem nicht nachkommt.